“Ich kann mich, seit ich denken kann, für unterschiedlichste Dinge begeistern.”

“Ich kann mich, seit ich denken kann, für unterschiedlichste Dinge begeistern.”

Die Leidenschaft zur Musik hat sich schon in Kinderjahren entwickelt und manifestiert. (Eine interessante Episode aus dieser Zeit findest Du übrigens in der Podcast Folge 32.)

Dennoch habe ich vor dem Schritt daraus einen Beruf zu machen, einige andere Sachen ausprobiert.

Nach dem Abitur – der Weg dorthin war steinig, da ich statt zu lernen lieber mit meiner Schülerband Zeit im Probenraum und mit mir selber Zeit vor den Tasten verbracht habe – habe ich zur Erleichterung meiner Eltern zunächst mal einen „anständigen“ Beruf erlernt: Bürokaufmann. Hat mir viel gebracht, da ich neben einigen – auch für einen Musiker – praktischen Dingen, sehr viel über soziales Miteinander und Führungskompetenzen gelernt habe. Eine für mich spannende Sache.

Anschließend habe ich ein BWL Studium begonnen, hatte aber sehr schnell klar: Das ist nicht mein Weg. Ich wollte schon damals nicht auf den Kapitalismuszug – so wie er derzeit an der Uni gelehrt wurde – aufspringen. Also kurzerhand exmatrikuliert und zurück ins Arbeitsleben.

Aber auch das hat mich nicht mehr glücklich gemacht, da nach diversen Firmenverkäufen an amerikanische Holdings die Firma in den Ruin getrieben wurde. Der Mensch war eine Nummer, die funktionieren musste. Gewinnmaximierung und Co.

Da kam irgendwann die zündende Idee: Musikstudium. Gesagt – getan. Nach einem Jahr harter Arbeit und großer Aufnahmeprüfungstournee begann ich 1994 mein Musikstudium am Konservatorium in Maastricht. Abschluss 1998.

Schon während des Studiums habe ich sehr viele Schüler unterrichtet und in vielen Bandprojekten unterschiedlichster Musikstile gespielt. Begleitet habe ich zu dieser Zeit viele Musiker – Sänger/innen wie Instrumentalisten und eine gefühlt endlose Zahl von Jazzsessions u.a. im Aachener Jakobshof gespielt.

Mein persönliches musikalisches Highlight zu dieser Zeit war die Arbeit mit 12 „verrückten“ Musikern in der Tinsel Town Rebellion Band, mit der wir die Musik Frank Zappas gespielt und in vielen tollen Konzerten aufgeführt haben. Das war für alle Beteiligten musikalisch und technisch eine große Herausforderung und pures Vergnügen. Dieses Stück Musikgeschichte haben wir dann auch auf einer Live CD verewigt.

Im Dunstkreis dieser Band entstand eine tiefgehende Freundschaft mit meinen Mitmusikern Horst Schippers und Markus Bothe. Nach vielen gemeinsamen Proben und Auftritten kam die Idee auf, aus unserem Schülerkreis und den heruntergekommen Proberäumen am Aachener Grünen Weg eine kleine Musikschule – im wahrsten Sinne des Wortes – zu bauen. Stück für Stück haben wir dann gemeinsam die Schule (damals hieß sie noch Aachener Musikfabrik) gebaut und stetig erweitert.

Heute beherbergen wir in unseren heiligen Hallen an die 500 Schüler und 40 Dozenten. Ein toller Laden und ein super Team, mit dem wir uns sehr wohl fühlen. Rückblickend hätte ich – nachdem ich aus der Industrie ausgeschieden bin – nicht gedacht, eine so große Institution als Geschäftsführer zu leiten. In der Mufab – so heißt unsere Schule heute – proben auch sehr viele Bands. Es ist ein kultureller Pool unterschiedlichster Instrumentalisten und Musikprojekten.

So ist es nicht verwunderlich, dass seit den Anfängen in diesem sehr kreativen Umfeld einige, für mich sehr wichtige, Bands entstanden sind. Mit dem Projekt Klangfahrer spielen wir seit dem Jahr 2007 zeitgenössischen Jazz und haben seitdem 3 CD’s veröffentlicht. 10 Jahre später habe im Jahr 2017 habe ich mit Freunden mein erstes Klavier Trio Der Berndt gegründet. Kein Trio im klassischen Sinne. Eher eine Mischung aus vielen Stilistiken, Einflüssen und Erlebnissen. Eine tolle Möglichkeit meinen musikalischen Ideen Form zu geben und gleichzeitig freien Lauf zu lassen.

Schlussendlich hat meine Leidenschaft zur Musik in all  den Jahren ihr Feuer behalten. Nach wie vor spiele ich gerne, übe viel, komponier, höre viel Musik und gehe sehr gerne zu Konzerten.